Becoming Famous – Peter Paul Rubens in der Staatsgalerie Stuttgart

Peter Paul Rubens (1577–1640) erlangte bereits zu Lebzeiten großen Ruhm. In der Sonderausstellung „Becoming Famous“ erfährst du, wie er sich den Weg zum erfolgreichsten Maler des Barock ebnete. Mit großen Nachwirkungen: Noch heute kennt fast jede/r seinen Namen. Man verbindet mit ihm opulente Figuren und große Bildformate. In dieser Ausstellung wird das Augenmerk jedoch auf seinen Karriereweg gelegt. Der Titel der Ausstellung könnte dabei auch „Peter Paul Rubens – Meister und cleverer Geschäftsmann!“ heißen, denn Rubens (1577–1640) hat sich im Laufe seines Schaffens regelrecht als Marke etabliert.

Die Ausstellung

Die Ausstellung zeigt rund 90 Werke aus der Sammlung der Staatsgalerie sowie Leihgaben, wie das großartige Werk „Hero und Leander“ (um 1609-1618), das normalerweise in der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister zu sehen ist.

Ein Fokus wird in der Aufstellung auf die Werkstattarbeit gelegt. Denn Rubens hat seine rund 1500 Werke nicht alle alleine geschaffen. Manchmal konzipierte er die Werke „nur“, wie z.B. bei der Serie von Römischen Kaiserbildnissen, die du in der Ausstellung sehen kannst.

Doch wie schaffte es Rubens, dass schon zu Lebzeiten seine Gemälde hohe Summen erzielten?
Zum einen hatte er als Sohn einer angesehenen Antwerpener Familie das nötige Startkapital. Zum anderen beginnt er schon früh ein Netzwerk aufzubauen: Bereits in der Schulzeit lernt er einflussreiche Freunde und spätere Förderer kennen. Natürlich spielt sein außergewöhnliches künstlerisches Talent und sein Ehrgeiz ebenfalls eine wichtige Rolle.

In den hohen Kreisen der barocken Gesellschaft Italiens und auch Antwerpens war es en vogue ein Bild von Rubens zu besitzen. Dabei machte Rubens Unterschiede: Ein Bild, das nur er malte kostete die Interessenten fast doppelt so viel, wie eines, das in Werkstattarbeit – also in Teamwork entstand. Zudem setzte Rubens auf das Medium Druckgrafik und ließ seine Gemälde als Stiche publizieren und vervielfältigen. So konnte er noch mehr Käufer/innen erreichen – auch diese, die sich kein Gemälde leisten konnten. In der Ausstellung kannst du sogar die größte bekannte Grafik des 17. Jahrhunderts sehen: Die Amazonenschlacht. Hier wurden sechs Blätter zu einer großen Grafik zusammengefügt. Wenn du genau hinsiehst, kannst du das ganz gut erkennen!

Things Matter

Ergänzend zur großen Sonderausstellung „Becoming Famous. Peter Paul Rubens“ kannst du zeitgenössische Fotografien unter dem Titel „Things Matter“ entdecken. Diese nähern sich den Alten Meistern aus der heutigen Perspektive und nehmen Stellung zu Themen wie Rassismus, Klimawandel und Konsum. Du findest hier Fotografien von Maxine Helfman, Suzanne Jongmans und Hendrik Kerstens. Wenn du dich etwas mit Alten Meistern auskennst, kannst du bestimmt rausfinden, auf welche Gemälde hier teilweise Bezug genommen wird.

Ein Besuch während der Corona-Pandemie

Du musst aktuell keinen Timeslot in der Staatsgalerie für deinen Besuch buchen. Du musst aber am Eingang einen 2G+ Nachweis erbringen. Zudem gilt eine FFP2 Maskenpflicht (Stand 7.01.22) und natürlich die gängigen Hygiene- und Abstandsvorschriften. Bitte informiere dich vor deinem Besuch direkt auf der Website der Staatsgalerie Stuttgart zu den aktuellen Regelungen.

Fazit

Die Ausstellung hat die perfekte Größe – du wirst nicht mit Infos überhäuft und kannst somit viele Eindrücke mitnehmen. Interessant ist, dass nicht Rubens opulente Malerei im Vordergrund der Ausstellung steht, sondern der Einblick in ein wirtschaftliches System und die Erkenntnis, dass bereits Rubens Brandbuilding betrieben hat.

Fakten

Ausstellungsdauer: Noch bis zum 20. Februar 2022 kannst du die Ausstellung besuchen.

Eintritt: 12 € / ermäßigt 10 € inkl. Sammlung und Graphik-Kabinett. // 11,50 € / ermäßigt 9,50 € ohne Sammlung und Graphik-Kabinett
Du kannst zudem einen Audioguide nehmen: 5 € / 2,50 €

Weitere Infos findest du auf der Website der Staatsgalerie Stuttgart.

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