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Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520-1970, im Kunstmuseum Stuttgart

Geometrische Muster, die zu vibrieren oder sich zu drehen scheinen, Spiralen, 3D Effekte: Hast du als Kind auch Bücher mit Augentäuschungen und Illusionen geliebt? Dann ist die aktuelle Ausstellung „Vertigo“ im Kunstmuseum Stuttgart genau das Richtige für dich. Nicht nur einmal wurde ich während der Ausstellung an meine Kindheit und die damalige (und noch immer andauernde) Begeisterung für Augentäuschungen erinnert. Und ich scheine nicht die Einzige zu sein: „Sowas haben wir in der Schule auch mal gemacht“, hört man von Besucher/innen in der Ausstellung. Zwischen all den geometrischen Mustern und mit Lichteffekten spielenden Installationen, kann es einem schon mal schwindlig werden. Noch bis zum 19. April kannst du „Vertigo. Op Art und eine Geschichte des Schwindels 1520-1970“ im Kunstmuseum Stuttgart sehen.

Kunstrichtung Op Art

Die Vorgänger der sogenannten Op Art, die seit Mitte der 1950er Jahren die Menschen täuscht, liegt bereits im 16. Jahrhundert.  Schon im Manierismus spielten Künstler mit verschiedenen Perspektiven. Das Besondere an Op Art: Sie konzentriert sich auf eine extreme Wirkung und nicht auf thematische Inhalte, weshalb sie jedem leicht zugänglich ist.

Die Ausstellung

Besonders gut hat mir gefallen, dass die Werke der Op Art mit Kunstwerken des 16. bis 18. Jahrhunderts in Beziehung gesetzt werden. Die Sinne werden manipuliert und es ist spannend zu sehen, welche Täuschungen und „Perspektiv-Spiele“ bereits im Manierismus von den Menschen untersucht wurden.

Bei einige Installationen kannst du auch hindurch gehen, was die Sinneserfahrung noch steigert – du wirst quasi Teil des Kunstwerks. Ein von Lichtimpulsen immer wieder erleuchteter Gang, den man durchschreiten kann, erinnert an diverse Horrorfilme.

Leider hat mir nicht gefallen, dass man häufig auf das „Einschalten“ der Installationen warten musste. Manche werden nur im 30 Minutentakt gestartet, was bestimmt einen guten Grund hat, jedoch kam mir das Warten zwischen den Intervallen zu lange vor und auch die anderen Besucher/innen wirkten teilweise gelangweilt. TIPP: Falls du dir nicht sicher bist, wann eine bestimmte Installation startet, kannst du dich an die Aufsichten wenden, die dir Auskunft geben.

Fazit

Die Ausstellung eignet sich auch für „Kunstmuffel“, da kein Vorwissen des Betrachters / der Betrachterin nötig ist. Es geht rein um die Wahrnehmen, die Täuschung und die Effekte. Ein Besuch der Ausstellung ist ein tolles Erlebnis und bietet dir ganz neue Erfahrungen.

Fakten

Ausstellungsdauer: bis 19. April 2020
Eintritt: 11 € / ermäßigt 8 €
Öffentliche Führungen: Fr 18 Uhr & So 15 Uhr, 2,50 € / ermäßigt 1,50 € (zzgl. Eintritt)

Mehr Infos unter: https://kunstmuseum-stuttgart.de

Da bereits einige Kultureinrichtungen aufgrund des Coronavirus geschlossen haben, informier dich vor deinem Besuch vorab auf der Website des Kunstmuseums, ob die Ausstellung noch geöffnet ist.