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Azteken im Linden-Museum – Große Landesausstellung

500 Jahre nachdem der spanische Erobere Hernán Cortés in Mexiko landete, beschäftigt sich die Große Landesausstellung im Linden-Museum Stuttgart mit der Kultur der Azteken. Noch bis zum 03. Mai 2020 kannst du neben Objekten aus dem Sammlungsbestand auch 150 hochkarätige Leihgaben aus mexikanischen und europäischen Museen sehen.

Was ist zu sehen?

Die Ausstellung befasst sich mit dem aztekischen Imperium (ca. 1430 – 1521 n. Chr.), dessen kultureller Vielfalt und Bauwerken u.a. in der Hauptstadt Tenochtitlan. Der Name „Azteken“ ist allerdings ein europäischer Begriff. Sich selbst bezeichneten sie als „Mexica“. Das aztekische Reich wurde von einem Bündnis aus drei Stadtstaaten regiert: Tenochtitlan, Tlatelolco und Tlacopan. Dadurch befanden sich verschiedenen Kulturen und Sprachen unter der Herrschaft der Azteken. Diese Völker mussten den Herrschern Tribute zahlen.

Du erfährst in der Ausstellung außerdem, wie die Azteken sich die Entstehung der Welt – oder besser gesagt der Welten – erklärten. Wusstest du zum Beispiel, dass unser Mond eigentlich eine zweite Sonne war und erst durch den Wurf eines Kaninchens zum Mond wurde? Auch das Thema Kalender und Zeitrechnung wird in der Ausstellung ausführlich aufgegriffen. Es werden aztekische Steinskulpturen präsentiert, bei denen die verschiedenen Gottheiten oft eine große Rolle spielen. Besonders gut hat mir die profane und überlebensgroße Figur eines Wasserflohs gefallen, die sehr detailliert ausgeführt wurde. Neben Goldschmuck und Mosaikmasken befinden sich auch zwei große und seltene Federschilde in der Ausstellung. Diese legten den Grundstein der Sammlung des Linden-Museums. Heute befinden sich die Schilde, die als Leihgabe in der Ausstellung zu sehen sind, im Landesmuseum Stuttgart.

Ein weiterer Schwerpunkt der Präsentation sind Bilderhandschriften, die einen Einblick in das Leben der Azteken gewähren. Jedoch sollte man nicht alles blind glauben, was darin beschrieben ist, da einige erst nach der spanischen Eroberung entstanden sind. Das Ausgrabungsprojekt Templo Mayor bietet spannende Einblicke in die Forschung und Ausgrabungen in Mexico City. Beendet wird der Rundgang mit einem letzten wichtigen Schwerpunkt: Das Erbe der Azteken – was ist von dieser Kultur im heutigen Mexikos noch zu finden?

Fazit

Sehr gut gefallen hat mir die Kombination klassischer Ausstellungskonzepte mit digitalen Inhalten. Vor allem das Thema Kosmos und Weltanschauung wird dir sehenswert nähergebracht. Lass dich überraschen – die Präsentation startet alle 10 Minuten neu. 🙂
TIPP: Es lohnt sich einen Audioguide für 3 € zu holen, da du neben tiefergehenden Informationen auch noch kleine Videos damit anschauen kannst und einen Einblick in die Sprache der Azteken – Nahuatl – gewinnst. Allgemein gibt die Ausstellung einen guten Überblick über die Kultur(en) der Azteken und ist gut in zwei Stunden zu schaffen. Auch für Kinder gibt es einiges zu entdecken, sie können z.B. Rätsel lösen oder in der Kinderecke mehr über die Arbeit eines Archäologen erfahren.

Fakten

Ausstellungsdauer: bis 03. Mai 2020
Eintritt: 12 € / ermäßigt 10 € , Kinder bis 12 Jahre sind frei / Familie: 24 €  
Mediaguide (dt./engl./Jugendliche): 3 €

Mehr Infos unter: https://www.lindenmuseum.de/