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Blick über den Kesselrand: Museum Ritter – Von Streifen, Schokolade und konstruktiver Kunst

In Waldenbuch verbinden sich zwei wunderbare Themen miteinander: Kunst und Schokolade. Gerade an verregneten und grauen Tagen bietet sich ein Ausflug ins Museum Ritter und in die Schokoausstellung mit abschließendem Schoko-Großeinkauf im Schokoshop an – das hebt die Stimmung!

 

Museum Ritter

Museum Ritter

Marli Hoppe-Ritter, Miteigentümerin der Firma RITTER SPORT, liebt es quadratisch. Eigens für ihre umfangreiche Kunstsammlung mit geometrisch-abstrakten Werken von 1960 bis heute, wurde 2005 das Museumsgebäude in Waldenbuch eröffnet – direkt neben der Schokoladenfabrik RITTER SPORT. Das Architekturbüro Max Dudler entwarf das helle Ausstellungsgebäude aus Kalkstein. Hier wird die Kunst auf zwei Etagen und insgesamt 700 qm präsentiert. Schön finde ich die großen Fenster der oberen Ausstellungsräume, die einen weiten Blick ins Grüne freigeben.
Das Museum Ritter zeigt jährlich drei bis vier wechselnde Ausstellungen mit Werken der Sammlung. Auch Einzelausstellungen von Künstlern und Sonderausstellungen zu sammlungsbezogenen Themen werden in den Räumlichkeiten präsentiert.

 

Für Streifen-Fans – Jacob Dahlgren
Ausschnitt aus: I, the World, Things, Life von Jacob Dahlgren

In der unteren Etage des Museums kannst du noch bis zum 08.04. die spannende Ausstellung „Quality Through Quantitiy“ vom schwedischen Künstler Jacob Dahlgren besuchen. Er beruft sich auf die konstruktiv-geometrische Tradition und erweitert sie in seinem Stil. Er verwendet Alltagsgegenstände, die in Massenproduktion hergestellt wurden und schafft z.B. aus Kleiderbügeln, Sägen und Bleistiften neue Werke. Diese entstehen aus Wiederholungen der Gegenstände, wodurch sich neue Formen und Wirkungen ergeben. Wenn du den Ausstellungsraum betrittst, flimmert es regelrecht vor deinen Augen. Denn Dahlgren spielt mit visuellen Effekten, die an die Op-Art erinnern. Am deutlichsten kannst du das an der Wandinstallation „I, the World, Things, Life“ sehen. Hier hat der Künstler zahlreiche Dartscheiben angebracht, die die komplette Wand bedecken.
HIGHLIGHT: Hier darfst du selbst aktiv werden, und das Werk mitgestalten. Jeder Besucher darf 3 bunte Dartpfeile auf die Scheiben werfen und somit das Bild „weitermalen“. Da die Scheiben eng beisammen hängen, trifft so gut wie jeder Wurf.
Jacob Dahlgren steht für Streifen! Er besitzt rund 1.300 Ringelshirts, die er seit 17 Jahren trägt und täglich fotografiert. Einige seiner konzeptionellen Projekte kannst du in der Ausstellung sehen. Sehenswert ist auch ein Video, in welchem er Menschen, die Streifen tragen, an öffentlichen Orten mit einer Kamera verfolgt.

TIPP: Am Eingang zum ersten Raum kannst du dir kostenlos einen Audio-Guide mitnehmen.

 

Von Alu bis Zement
Martin Willing – Hohlstab, schlangenförmig, verdreht zum Kubus geschichtet, 2001-2005

Wenn du von den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss die Treppen hinauf gehst, kommst du in die Ausstellung „Von Alu bis Zement – Bilder, Plastiken und Objekte“. Hier kannst du Werke der konstruktiven Kunst mit unterschiedlichen Ausgangsstoffen, wie z.B. Filz, Kreide, Kunststoff und Aluminium, entdecken. Die Künstler Werner Bauer, Imi Knoebel, Reiner Seliger, Klaus Staudt, Günter Umberg, Peter Weber und Martin Willing stehen dabei im Mittelpunkt. Vor allem die schwingenden Plastiken aus Aluminium von Martin Willing, die Geometrie und physikalische Kräfte miteinander verbinden, sind faszinierend. TIPP: Bitte die Aufsichten die beweglichen Werke von Willing leicht anzustoßen und in Schwingung zu bringen – es lohnt sich!

In einem kleinen verdunkelten Räumchen kannst du Werner Bauers Objekte aus Folie entdecken, die Licht so modellieren, dass geometrisch, leuchtende Formen erzeugt werden.
Im Allgemeinen spielen die ausgestellten Werke mit der Wahrnehmung des Betrachters und der verschiedenen Oberflächenstrukturen, die sich aus den Ausgangsstoffen gewinnen lassen.

 

Zusammenfassung

Beide Ausstellungen kannst du noch bis zum 08.04.2018 besuchen. Gelungen an den Ausstellungen finde ich, dass eine Interaktion mit Kunst und nicht das klassische „Abstand halten“ stattfindet. So kann man bei Dahlgren Teil des künstlerischen Schaffens werden, indem man Pfeile auf Dartscheiben wirft, während bei Willing das Werk erst nach einer Berührung (der Aufsicht 😉 ) zur vollen Geltung kommt. Ich hatte das Gefühl, dass auch die Aufsichten große Freude an der Interaktion der Ausstellungen haben.

TIPP: Wenn du nach der Ausstellung im Museum Ritter eine Stärkung benötigst, dann gibt es nebenan in der Schokoausstellung RITTERSPORT Schokolade für dich! Außerdem kannst du die Kaffeespezialitäten des Museumscafés auch mit leckerer, geschmolzener RITTERSPORT Schoki bestellen und den schönen Blick ins Aichtal genießen. Wenn dir das noch nicht reicht, findest du im SchokoShop jede Menge Leckereien.

 

Schokoausstellung RITTERSPORT

In der Schokoausstellung lernst du alles rund um Schokolade und erfährst wie aus einer Kakaobohne durch verschiedenen Produktionsschritten am Ende eine verpackte Tafel Schokolade wird. Die Firma RITTERSPORT steht hier natürlich im Vordergrund und anhand vieler Schautafeln wird die Firmengeschichte von der Gründung bis heute anschaulich erklärt. Jede halbe Stunde wird ein Film gezeigt, der einen Einblick in die Schokoladenfabrik und Produktion gibt.
In der Ausstellung kannst du dir die zahlreichen Werbefilme von den 1970er bis heute anschauen und bestimmt über den ein oder anderen Clip lachen. HIGHLIGHT: Es gibt einen Schoko-Automaten, aus welchem du kostenlos eine RITTERSPORT Mini-Tafel bekommst. Toll ist die Gestaltung des Automaten, denn dir wird die Schoki von einem kleinen LKW gebracht.
Für Kinder gibt es eine SchokoWerkstatt, in welcher die Kleinen ihre eigene Schokolade selbst machen können.

 

Infos

Ausstellungen Museum Ritter:
Von Alu bis Zement – Bilder, Plastiken und Objekte,
15. Oktober 2017 bis 8. April 2018
Kuratorinnen: Marli Hoppe-Ritter und Hsiaosung Kok

Jacob Dahlgren – Quality Through Quantity, 15. Oktober 2017 bis 8. April 2018
Ausstellung: Jacob Dahlgren und Dr. Barbara Willert

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag, 11-18 Uhr
Eintritt: Erwachsen: 6 Euro, ermäßigt: 4 Euro, Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre

Eintritt in die Schoko-Ausstellung ist kostenlos.

Anfahrt: Das Museum Ritter befindet sich zwischen Stuttgart und Tübingen in Waldenbuch (Alfred-Ritter-Straße 27). Mit dem Auto von Stuttgart in ca. 30 Minuten zu erreichen. Aber auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du zum Museum.

https://www.ritter-sport.de/de/besuchen/