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Tipps: Zu Besuch in Stuttgart – die Kulturhighlights

Ein Wochenend- oder Tagestrip nach Stuttgart lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Vor allem wenn man sich für Kunst, Kultur und Geschichte interessiert. Nicht umsonst wurde Stuttgart im Jahr 2016 von HWWI und Berenberg zur deutschen Kulturstadt Nummer 1 ernannt. In der Schwabenmetropole gibt es rund elf große Museen und Ausstellungsgebäude sowie 30 kleinere Museen und Sammlungen. Und auch im Bereich Oper, Schauspiel und Ballett hat Stuttgart viel zu bieten. Wie du siehst, gibt es jede Menge kulturelle Sehenswürdigkeiten, sodass ich nicht auf alle in diesem Blogbeitrag eingehen kann. Stattdessen habe ich mich auf die für mich bedeutenden und zentralen „Kulturorte“ beschränkt und möchte dir gerne ein paar Sightseeing-Tipps für deinen Kurzurlaub in Stuttgart geben.

 

Wie bewege ich mich fort?

Viele Sehenswürdigkeiten liegen eng beisammen und sind gut zu Fuß zu erreichen. Aber auch die S- und U-Bahnen bringen dich sicher ans Ziel. Wenn du während deinem Aufenthalt viele kulturelle Einrichtungen besuchen möchtest, empfehle ich dir die Stuttcard. Mit der Stuttcard Plus kannst du nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos nutzen, sondern bekommst in vielen Museen, Theatern und der Oper kostenlose bzw. ermäßigte Karten. Die StuttCard gibt es für eine Dauer von 24, 48 oder 72 Stunden – so lange, wie du in der Schwabenmetropole bleiben möchtest. Auch bei der Stuttgart Citytour bekommst du damit eine Ermäßigung. Diese Touren lohnen sich, wenn du zum ersten Mal in der Stadt bist und einen Überblick sowie eine erste Orientierung benötigst. Bei den Hop-on Hop-off Bussen kannst du an jeder Haltestelle bequem aus- und zusteigen und lernst vieles über die Geschichte Stuttgarts.

 

Der Schlossplatz

Einen guten Startpunkt bietet der an der Königsstraße gelegene Schlossplatz – hier bist du gleich mitten in der Stuttgarter Geschichte.  Früher wurde der Platz für Paraden und militärische Übungen genutzt, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden Blumen und Wiesen angelegt. Von hier aus kannst du das Neue und Alte Schloss, die Königsbaupassagen und das Kunstmuseum entdecken. 1841 wurde im Zentrum des Schlossplatzes zur Feier des 25-jährigen Herrscherjubiläums von Wilhelm I. die Jubiläumssäule erbaut. Als Säulenabschluss wurde die 5 m große Concordia, die römische Göttin der Eintracht, angebracht.

 

Das neue Schloss
Neues Schloss, Stuttgart

Der Spätbarockbau (1746-1807) mit seinen 365 Räumen war die einstige Residenz der württembergischen Könige und wurde von Herzog Carl Eugen in Auftrag gegeben. Das Gebäude wurde im Laufe der Jahre immer wieder beschädigt. Bereits 1762 brannte der Gartenflügel ab, 1944 wurde das Schloss bis auf die Fassade zerstört. Carl Eugen war allerdings nicht gerne in seinem Stuttgarter Schloss, weshalb es die meiste Zeit leer stand. Von 1918 bis zur Zerstörung im 2. Weltkrieg diente es als Museum. In den 1950er Jahren wurde die Fassade nach dem barocken Vorbild wieder aufgebaut, die inneren Räume sind teilweise restauriert. Heute ist hier das Finanz- und Kultusministerium der Landesregierung untergebracht. Führungen gibt es deshalb nur zu besonderen Anlässen oder nach Anmeldung.
http://www.neues-schloss-stuttgart.de/

 

Das altes Schloss
Altes Schloss, Stuttgart, Ansicht des Innenhofes

Im Alten Schloss ist das Landesmuseum Württemberg untergebracht – das größte kulturhistorische Museum des Landes. Gegründet 1862 von König Wilhelm I., beherbergt es eine stetige Sammlung, die die Landessgeschichte von der Steinzeit bis zu Gegenwart präsentiert. Auch kunsthandwerkliche Sammlungsgegenstände aus der ganzen Welt sind hier untergebracht. Neben der unglaublich großen Sammlung gibt es hier regelmäßig umfangreiche Sonderschauen. Im Fruchtkasten am Schillerplatz präsentiert das Landesmuseum seine Sammlung von Musikinstrumenten. 2010 wurde für kleine Entdecker das Kindermuseum Junges Schloss eröffnet.
https://www.landesmuseum-stuttgart.de/

 

Das Kunstmuseum

Gegenüber vom Schlossplatz wurde 2005 das Kunstmuseum Stuttgart eröffnet. Der beeindruckende Glaskubus wird dir gleich ins Auge springen. Das Museum beherbergt Werke vom Schwäbischen Impressionismus (19. Jahrhundert) über die klassische Moderne bis zur Kunst nach 1945. Spannend sind die Sammlungsbereiche, die unterirdisch in einem ehemaligem Tunnelsystem untergebracht sind. Es finden auch regelmäßig kleinere sowie größere, thematisch und monografisch ausgerichtete Sonderausstellungen statt. In der sogenannte „Frischzelle“ wird regelmäßig zeitgenössischer Kunst einen Raum gegeben. TIPP: Für den etwas größeren Geldbeutel findest du über dem Museum das schicke Restaurant „Cube“ mit einer tollen Aussicht.
http://www.kunstmuseum-stuttgart.de/

Noch mehr sehenswerte Gebäude rund um den Schlosspark findest du in diesem Blogbeitrag.

Die Staatsgalerie
Staatsgalerie Stuttgart

Wenn du den Schlossgarten vorbei an der Oper durchquerst, erreichst du die Stuttgarter Staatsgalerie. Neben wechselnden Sonderausstellungen findest du hier auf rund 12.000 qm Kunst vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart, u.a. auch Werke von Picasso und Matisse. Ein Besuchermagnet sind Oskar Schlemmers »Figurinen zum Triadischen Ballett« aus den frühen 1920er- Jahren. Hochkarätig ist auch die Graphische Sammlung mit rund 400.000 Werken. Der Sammlungsbestand ist so umfangreich, dass es fast unmöglich ist, alles an einem Tag bewusst anzuschauen. Am besten informierst dich vorab, welche Kunstwerke für dich interessant sind. Bestandteil der Staatsgalerie ist der 1843 erbaute Altbau und der postmoderene Stirling-Bau sowie die Steib-Hallen.
http://www.staatsgalerie.de

 

 Haus der Geschichte

Neben der Staatsgalerie befindet sich das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, das erste politisch-historische Landesmuseum Deutschlands. 2002 wurde das Museum mit seiner außergewöhnlichen Ausstellungsarchitektur eröffnet und zeigt die Geschichte des Landes mit einem neuen Blick.
https://www.hdgbw.de/

 

Die Staatstheater Stuttgart
Württembergische Staatstheater, Oper

Im Schlossgarten, direkt am Eckensee wurde 1909-1912 die imposante Oper von Max Littmann erbaut. Das Gebäude mit der beeindruckenden, kolossalen Säulenfront war als Ersatz des abgebrannten alten Hoftheaters gedacht. Der Bau wurde im Weltkrieg leider beschädigt, sodass heute nur noch das Opernhaus erhalten ist. Ein Besuch lohnt sich, denn der Zuschauerraum ist prächtig ausgestattet. Die Kassetten-Decke, die prunkvollen Lüstern und die Marmorbüsten bilden ein beeindruckendes Interieur. Neben an wurde 1962 das Schauspielhaus errichtet. Zusammen ergeben die Gebäude das größte Dreispartentheater der Welt (bezogen auf die Anzahl der Mitarbeiter). Hier kannst du wunderbare Oper-, Ballett- und Schauspielaufführungen besuchen. TIPP: In manchen lauen Sommerabenden kannst du die Aufführungen der Oper auch vor dem Gebäude hören und draußen genießen.
https://www.staatstheater-stuttgart.de/

 

Linden-Museum

Ein Besuch des Linden-Museums am Hegelplatz lohnt sich immer. Seit 1910 kann man im Staatlichen Museum für Völkerkunde auf drei Etagen in entfernte Länder abtauchen: Von der Südsee über Afrika bis hin zum Orient, Asien und Amerika. Neben der stetigen Sammlung finden hier spannende Sonderausstellungen statt, die einen ethnologischen Blick auf andere Kulturen werfen. TIPP: Das Linden-Museum organisiert spannende Veranstaltungen, wie z.B. zum alljährlichen mexikanischen „Dia de los muertos“.
www.lindenmuseum.de 

 

Hegel-Haus

Der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel wurde 1770 im sogenannten Hegel-Haus in der Eberhardstraße geboren und lebte ca. 18 Jahre in Stuttgart. Im Museum werden Stadtansichten zur Zeit Hegels sowie sein Leben und Werk mit persönlichen Gegenständen präsentiert. Eintritt frei!
www.hegelhaus.de

 

Markthalle

Wenn du nach all der Kultur Hunger verspürst, bist du in der Markthalle richtig. Der Jugendstilbau befindet sich neben dem Alten Schloss und bietet eine Fülle an Leckereien aus aller Welt. Die Markthalle wurde 1864 von König Karl erbaut, wurde jedoch Opfer eines Brands und vor dem 1. Weltkrieg wieder hergestellt. Heute findest du hier mehr als 40 Stände sowie eine Galerie mit verschiedenen Geschäften.
http://www.markthalle-stuttgart.de/home/

 

Stiftskirche

Wenn du dich für sakrale Bauten interessierst, besuche die protestantische Stiftskirche neben der Markthalle – ein Wahrzeichen Stuttgarts. Du erkennst sie schnell an den zwei ungleichen Türmen. Im 10. oder 11. Jahrhundert wurde hier eine Dorfkirche, später dann eine spätgotische Hallenkirche erbaut. Die Stiftskirche diente den württembergischen Grafen als Grabstätte, im unteren Chor und der Sakristei findest du deshalb zwei Grabkammern mit zahlreichen Särgen. Leider wurde auch diese Kirche Opfer des 2. Weltkrieges und durch Bomben zerstört. Original erhalten sind nur noch die Türme und der Chor. In den 1950er Jahren hat man die Kirche wieder aufgebaut und 1999-2003 umfassend saniert. Dabei hat man Fundamente und Malereien entdeckt, die du besichtigen kannst.
http://www.stiftskirche-stuttgart.de/

 

Weissenhofsiedlung/Weissenhof-Museum

Stuttgart hat im Bereich Architektur noch viel mehr zu bieten: Auf dem Killesberg wurden 1927 für die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ Musterhäuser im Bauhaus-Stil erbaut, bei denen Künstler aus ganz Europa beteiligt waren. Von den Nazis wurde die Siedlung als „undeutsch“ deklariert und im 2. Weltkrieg beschädigt, sodass heute von den einst 21 Häusern noch elf erhalten sind. Diese sind teilweise bewohnt und stehen unter Denkmalschutz. 2006 wurde das Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier eröffnet, wo die Geschichte der Siedlung sowie rekonstruierte Räume von 1927 zu sehen sind.
http://www.weissenhofgalerie.de
http://www.weissenhof.de

 

Schöne Aussichten

Wenn ich fremde Städte erkunde, liebe ich es einen hohen Aussichtspunkt zu finden und die Stadt zu überblicken. Da Stuttgart in einem Kessel liegt, gibt es hierfür viele Möglichkeiten. Du kannst z.B. die Stäffele (Steigen, Treppen) zum Eugensplatz oder zu anderen Aussichtspunkten hochsteigen. Falls du mehr zu den Stäffele erfahren möchtest, kannst du auch geführte Stäffeles-Touren buchen, z.B. hier.

Stuttgarter Fernsehturm

Ein weiteres Erlebnis ist die Aussicht des 216,61 m hohen Stuttgarter Fernsehturms. Er ist der erste Fernsehturm der Welt der in Spannbeton-Bauweise erbaut wurde. Du kannst hier bis zu einer Höhe von 152,4 m aufsteigen (keine Angst, es gibt einen Aufzug zur Aussichtsplattform). Von dort siehst du die Weinberge des Neckartals und bei schönem Wetter auch die Alb, den Schwarzwald und sogar die Alpen. TIPP: Im Panoramacafé schmecken Kaffee und Kuchen bei toller Aussicht am besten.
http://www.fernsehturmstuttgart.com

 

Die Uhlandshöhe am östlichen Rand des Stadtzentrums bietet einen weiteren Ausblick auf Stuttgart. Dort gibt es in einer großen Parkanlage von 1862 einen kleinen Turm sowie die 1922 erbaute Sternwarte.
www.sternwarte.de

Vor allem im Sommer ist ein Stop am Marienplatz und an der Eisdiele Gelateria Kaiserbau mit ihren außergewöhnlichen Sorten lohnenswert. Vom Marienplatz kannst du mit der „Zacke“, der Zahnradbahn, über die steile Alte Weinsteige nach Degerloch fahren. Seit 1884 fährt das liebevoll genannte „s’Zäckle“ oder auch „Zacketse“ bereits diese Strecke.
http://www.ssb-ag.de/Zahnradbahn-230-0.html

 

Ich könnte dir noch viele weitere Sehenswürdigkeiten aufzählen, denn es gibt zahlreiche wunderschöne Orte, die nicht ganz zentral liegen, wie z.B. das Bärenschlössle, Schloss Solitude, die Grabkapelle auf dem Württemberg und und und. Natürlich darf in der Automobilstadt auch ein Besuch im Porsche oder im Mercedez-Benz Museum nicht fehlen. Dazu wird es noch weitere Blogbeiträge geben, auf die ich dann verlinken werde.

 

Zusammenfassung

Ich finde es schön, dass trotz starker Beschädigungen der Stadt im 2. Weltkrieg, die verschiedenen Bauphasen noch zu erkennen sind. Im Stuttgarter Westen stehen Gebäude aus der Gründerzeit, das Neue Schloss spiegelt den Barock und die Markthalle den Jugendstil in Stuttgart wieder. Repräsentativ für den Baustil der 1920er Jahre ist die Weissenhofsiedlung am Killesberg, während zeitgenössische Architektur an der Staatsgalerie und dem Kunstmuseum zu finden ist. Die zahlreichen Stuttgarter Museen bieten mit ihren verschiedenen Schwerpunkten spannende Einblicke in unterschiedliche Sammlungen und bringen mit regelmäßigen Sonderausstellungen neuen Schwung in die Stuttgarter Kulturszene.
Wer die Höhe und Aussichten liebt, der wird in Stuttgart garantiert fündig. Die schönste Art des Aufstiegs sind die Stäffele. Wer noch höher hinaus möchte, sollte unbedingt einen Ausflug zum Stuttgarter Fernsehturm einplanen.

Für die Planung deines Kulturtrips gibt es hier eine Übersicht aller Museen und Galerien in Stuttgart: https://www.stuttgart-tourist.de/museen-galerien-in-stuttgart/1?sync=1&seed=20171103

Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Entdeckungstour durch Stuttgart!