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Dezembervorfreude – Drei Museumshighlights in Stuttgart

Der schönste Monat des Jahres steht vor der Tür, der Aufbau des Stuttgarter Weihnachtsmarktes ist im vollen Gange und in den großen Museen werden fleißig die kommenden Ausstellungen vorbereitet. Diese drei Highlights im Dezember versprechen gut zu werden:

 

Kunstmuseum: Patrick Angus. Private Show, 2.12.17 – 8.04.18

Kunstmuseum Stuttgart, Ausstellung: Patrick Angus, Private Show

Ich finde es toll, dass das Kunstmuseum Stuttgart einen kalifornischen Künstler zeigt, der bislang eher unbekannt ist. Patrick Angus dokumentierte zu Lebzeiten (er starb im Alter von 38 Jahren an HIV) das New Yorker Nachtlebens der Schwulen Szene. Seine Darstellungen der Kinos, Bars und Clubs der 1980er Jahre sind kein politisches Statement, sondern zeigen menschliche Sehnsüchte, Ängste, die geschlechtliche Selbstfindung und Identitätssuche. Es werden über 160 Gemälden und Zeichnungen von Angus im Kunstmuseum zu sehen sein, die einen Querschnitt durch sein gesamtes Schaffen darstellen. Vor allem das Porträt nimmt dabei einen großen Stellenwert ein. Die Werke, die an neo-expressive Malerei erinnern, leben von kraftvollen Farben und zeigen Szenen in einem rauen Realismus. Angus großes Vorbild war David HockneyAlle Infos zur Ausstellung findest du hier.

TIPP: Am 01.12. um 19.00 Uhr findet die große Eröffnung statt. Es gibt Vorträge von Dr. Fabian Mayer (Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung, Kultur und Recht der Landeshauptstadt Stuttgart), Dr. Ulrike Groos (Direktorin des Kunstmuseum Stuttgart) und Dr. Anne Vieth (Kuratorin am Kunstmuseum Stuttgart). Einlass ist um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Eintritt: inkl. Sammlung: 11 € / ermäßigt 8 €

3 Gründe für deinen Besuch:
  • du kannst einen noch eher unbekannten Künstler entdecken
  • das Thema „Homosexualität“ ist leider immer noch ein konfliktgeladenes Thema
  • das Kunstmuseum bietet ein interessantes Rahmenprogramm

 

Staatsgalerie: Der Meister von Meßkirch – Katholische Pracht in der Reformationszeit, 8.12.17 – 2.4.18

Staatsgalerie Stuttgart, neue Ausstellung: Der Meister von Meßkirch

Ein weiteres Ausstellungs-Highlight im Dezember kannst du ab dem 8.12. in der Staatsgalerie Stuttgart sehen. Der Meister von Meßkirch, einer der bedeutendsten deutschen Maler der frühen Neuzeit, bekommt erstmals eine umfassende monographische Ausstellung. Interessant ist, dass sich der Künstler als Person bis heute nicht sicher fassen lässt und sein Name unbekannt ist. Es ist aber gesichert, dass der herausragende Kolorist sakraler Themen ausschließlich im oberschwäbischen Raum zwischen ca. 1515 und 1540 tätig war. Im Württemberg des 16. Jahrhunderts setzte sich fast flächendeckend die Reformation durch. Der Meister von Meßkirch fertigte hingegen dieser Entwicklung Altarbilder, die am altgläubigen Bekenntnis festhalten. Seine Tafelbilder und Zeichnungen sind heute in ganz Europa und den USA verstreut, für die große Landesausstellung ’17 Baden-Württemberg in der Staatsgalerie werden sie nun vereint. Die Staatsgalerie zeigt die Werke im Vergleich mit zeitgleich entstandener Kunst protestantischer Ausrichtung. Alle Infos zur Ausstellung findest du hier.

TIPP: In der Sammlung Digital der Staatsgalerie kannst du unter dem Suchbegriff „Meßkirch“ Werke des Meisters, die sich in der Sammlung der Staatsgalerie befinden bequem von Zuhause anschauen.

Eintritt: inkl. Sammlung 12 € / ermäßigt 10 €, (11,50 € / 9,50 € ohne Sammlung)

3 Gründe für deinen Besuch:
  • 2017 ist Reformationsjahr. In der Ausstellung kannst du die regionale Kunstszene der Reformationszeit entdecken
  • religiöse Bild-Themen sind eine schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit
  • die Ausstellung präsentiert erstmals eine umfassende monografische Ausstellung zum Meister von Meßkirch

 

Haus der Geschichte: … denn die Zeiten ändern sich. Die 60er Jahre in Baden-Württemberg, 22.12.17 – 24.07.18 

Haus der Geschichte

Das Haus der Geschichte Baden-Württemberg widmet sich in der kommenden Sonderausstellung einem ereignisreichen Jahrzehnt: den 1960er Jahren. Das damalige Lebensgefühl von Protest, Popkultur und freier Liebe prallte gegen das der älteren Generation. Diese Veränderungen prägten auch den deutschen Südwesten, was die Ausstellung verdeutlichen möchte. Vor allem politisch war es ein bewegtes Jahrzehnt: Der Vietnamkrieg, die Tötung von Benno Ohnesorg und das Attentat auf Rudi Dutschke forderten in den Studentenstädten Heidelberg, Freiburg, Tübingen und Konstanz Protest und Unruhen. Auch die Musik und Mode spielten eine große Rolle: Ein Highlight im Stuttgart der 60er Jahre war der Jimi-Hendrix-Auftritt auf dem Killesberg. Zu sehen sind neben Videos auch Plakate, Flugblätter und Zeitungsartikel. Alle Infos zur Ausstellung findest du hier.

Eintritt: inkl. Dauerausstellung 8 € / ermäßigt 4 €.

TIPP: Donnerstags ab 18 Uhr kann das Museum kostenlos besichtigt werden.

3 Gründe für deinen Besuch:
  • die 60er Jahre sind ein spannendes Jahrzehnt voller gesellschaftlicher und politischer Veränderungen
  • der regionale Bezug auf Baden-Württemberg ist Schwerpunkt der Austellung
  • du kannst entdecken, wie die 60er Jahren dein heutiges Leben geprägt haben

 

Wenn es im Dezember kalt und ungemütlich wird – ab ins Museum! 🙂