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Der bunte Kultur-November – Programm der Staatstheater Stuttgart

Der Oktober ist fast vorbei und der launische November steht vor der Tür. Zeit, sich einen guten Kaffee zu machen und das Programm der Staatstheater Stuttgart durchzublättern. Denn der (hoffentlich nicht allzu graue) Monat ist perfekt um sich mal wieder eine Oper, ein Ballett oder Theaterstück anzusehen. Was wird also geboten?

 

Schauspiel

Vor allem freue ich mich über die Wiederaufnahme von „Eines langen Tages Reise in die Nacht“, ein melancholisches Drama, das einen mitreist. Ob man will oder nicht – man verzweifelt zusammen mit den Figuren. Der Begriff „bittersüß“ beschreibt das Stück sehr gut, denn irgendwie genießt man die Beklemmung und Gänsehaut ist hier garantiert. Lies doch dazu meinen Beitrag vom Februar durch.

Für Schiller-Fans gibt es gleich zwei Stücke. Fast jeder musste es in der Schule lesen: „Kabale und Liebe“. Anschauen kannst du dir das bürgerliche Trauerspiel im Nord (die Studiobühne des Schauspiel Stuttgart). Außerdem feiert im November „Johanna“, ein polyphoner Prozess nach Schillers „Die Jungfrau von Orleans“ Premiere. Das Stück untersucht die Widersprüche der Abbilder Johannas und ist keine klassische Wiedergabe von Schillers Werk, sondern bezieht auch historische Aufzeichnungen des Prozesses um Jeanne D’Arc ein und kombiniert sie mit Texten aus Philosophie, Popkultur und Cyberspace. Du kannst sogar am 6. November bei der öffentlichen Probe dabei sein. Das ist eine tolle Chance hinter die Kulissen einer Inszenierung zu blicken. Infos findest du hier. Wenn du noch mehr Schiller möchtest, besuche die Lesung „Ulrich Matthes liest Schiller-Balladen“ von und mit Ulrich Matthes am 19. November im Schauspielhaus.

 

Oper

Wenn du Musik liebst, gibt es einige Opernklassiker im November für dich: „Figaros Hochzeit“ und „Don Giovanni“ von Mozart bringen Intrigen und lustige Verwechslungen auf die Bühne. Märchenhaft wird es mit „La Cenerentola“, Rossinis Aschenputtel-Umsetzung. Auch „Madame Butterfly“ ist wieder im Repertoire. Ein ganz besonderes Highlight ist „Hänsel und Gretel“, erzählt vom russischen Regisseur Kirill Serebrennikov. Er verortet die soziale Not der Geschwister nach Afrika und schafft somit eine präzise Darstellung dieser.

 

Ballett

In der Sparte „Ballett“ interessiert mich „Onegin“ von John Cranko nach Alexander Puschkin am meisten, denn es verspricht dramatisch und emotional zu werden. Puschkins Roman „Eugen Onegin“ ist hier Vorbild, in welchem sich das Landmädchen Tatjana in den kühlen Städter Onegin verliebt. Er wehrt diese Liebe ab, gesteht sich allerdings einige Jahre später diese doch ein. Die Rollen werden jetzt umgedreht, denn Tatjana, nun Fürstengattin, schickt ihn fort – obwohl sie immer noch Gefühle für ihn hegt.
Leider sind die Vorstellungen im November von „Onegin“ schon fast ausverkauft – es gibt aber noch Restkarten. Also sei schnell! Ansonsten hat du im Juli 2018 noch eine Chance, da wird das Ballett erneut aufgeführt.
Mit John Cranko, Compagniegründer und Choreograph, begann übrigens in den frühen 60er Jahren die Blütezeit des Ballett in Stuttgart. 2017 wäre er 90 Jahre alt geworden, ein Grund mehr noch schnell vor Jahresende ins Ballett zu gehen.

 

Das ist  nur ein kleiner Auszug aus dem November-Programm der Staatstheater Stuttgart. Ihr könnt euch dieses entweder ausführlich hier online anschauen oder die Printversion in den meisten kulturellen Einrichtungen Stuttgarts oder der Touri-Info abholen.

Viel Spaß im bunten Kultur-November!