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Aloha! Hawai’i Ausstellung im Linden-Museum

Was kommt dir in den Sinn, wenn du an Hawai’i denkst? Cocktails, Hula, Surfen, lange Sandstrände…? Mir ging es ähnlich, denn ich wusste bis jetzt nicht viel über die Inseln im Pazifik. Da kam die Große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg „Hawai’i – Königliche Inseln im Pazifik“ im Linden-Museum genau richtig. Seit dem 14. Oktober kannst du hier mehr über die Kultur der Hawaiianer und deren Geschichte lernen: Von der ersten Besiedlung durch polynesische Stämme über die“Entdeckung“ von James Cook 1778 und der darauffolgenden Missionierung bis hin zur Gegenwart. Interessant dabei ist das Zusammenspiel von Objekten aus dem 18. Jahrhundert mit der Kunst zeitgenössischer Künstler. Aufgrund der langen Unterdrückung hawaiianischer Kultur möchten diese Künstler die Bevölkerung ermutigen, sich auf ihren Ursprung zu besinnen. Während die Hawaiianische Sprache von den Missionaren im 19. Jahrhundert verboten wurde, wird heute wieder mehr Wert auf das Aufleben dieser gelegt und an den Schulen Hawai’is unterrichtet.

 

Zur Ausstellung

Mehr als 250 Objekte sind zu sehen, die teils aus der Sammlung des Linden-Museums stammen, teils Leihgaben darstellen. Eine große Vitrine befasst sich deshalb mit berühmten Sammlern ethnologischer Objekte, die u.a. nach Hawaii reisten. Einer davon ist Dr. Augustin Krämer, der erste Direktor des Linden-Museums. Im Allgemeinen legt das Linden-Museum großen Wert auf Provenienz, sodass an allen Objekttafeln die Herkunft der Ausstellungsstücke angeben wird.

Ich persönlich fand die Tatauierungs-Instrumente sehr spannend. Durch Einklopfen der Farbe in die Haut wird der Körper tätowiert, was einen großen Stellenwert bei den Hawaiianern einnimmt. Das Thema ist traditionell und gleichzeitig topaktuell, denn mittlerweile hat es diese alte Technik in unsere europäischen Tattoostudios geschafft. So finden sich viele Verbindungen von Vergangenheit und Zukunft in der Ausstellung. Interessant ist außerdem, dass das Wort „Tabu“ ursprünglich aus dem Hawaiianischen stammt, denn die Kultur war von vielen Verboten geprägt. Lange Zeit war es zum Beispiel strengstens untersagt, dass Männer und Frauen zusammen aßen. Die zahlreichen Tabus wurden mithilfe eines sogenannten Tabu-Stabs von hohen Adligen ausgesprochen. Diese Stäbe kannst du ebenfalls in der Ausstellung finden. Der aus Federn gefertigte Kriegsgott, der das Plakat und die Flyer zur Ausstellung schmückt, ist selbstverständlich auch ausgestellt. Diese roten und gelben Federn wurden sehr häufig für Umhänge, Capes und Helme verwendet, zu denen es einige wissenswerte Hintergrund-Infos im Museum gibt. Natürlich dürfen auch Gegenstände, die eng mit unseren Hawai’i-Klischees verbunden sind, nicht fehlen. Für das Urlaubsfeeling im tristen Herbst sind die Leis (Blumenketten), Surfbretter und bunten Filmplakate zu empfehlen.

 

Extras zur Ausstellung

Für Kinder und Familien sind in der Ausstellung extra Tafeln angebracht, die die Objekte und die Thematik einfach und verständlich erklären. Außerdem können Kinder an der Kasse ein kostenloses Aktionsheft erhalten, das einige Rätsel zur Ausstellung bereithält – so macht der Rundgang gleich doppelt Spaß.
Wenn du selbst aktiv werden möchtest, bist du im Mitmach-Raum (für Kinder und Junggebliebene) richtig. Dort kannst du u.a. Fadenspiele aus Hawaii ausprobieren oder dein eigenes Textilmuster stempeln.

Die Ausstellung wird von einem breiten Programm und Aktionen begleitet, die das Südseefeeling nach Stuttgart holen. Es gibt regelmäßig öffentliche Führungen (auch für Familien), Kombi-Führungen in Verbindung mit einem leckeren Cocktail sowie spannende Workshops rund um die Inseln im Pazifik. Hula-Schnupperworkshops dürfen da natürlich nicht fehlen.

Bis zum 13. Mai 2018 kannst du die Ausstellung besuchen und einen anderen (un-touristischen) Blick auf Hawai’i erlangen. 

Alle Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm findest du hier.

Eintritt
Einzelbesucher: 12 Euro/ ermäßigt 10 Euro
Familienticket: 24 Euro
Audioguide (dt./engl.): 3 Euro